Heilige Louise von Marillac - Die Mitgründerin

Louise von Marillac ist die Nichte von Michel von Marillac, dem Siegelbewahrer Ludwigs XIII. Louise wurde 1591 unehelich geboren und kennt das Leid des Waisenkindes. Mit 22 Jahren heiratet sie Antoine Le Gras, den Sekretär der Königinmutter, und wird Mutter eines Sohnes, Michel.


Ihr Mann stirbt im Jahre 1625. Da trifft sie Vinzenz von Paul, der ihr zur Seite steht und sie im Werk der Bruderschaften der Nächstenliebe (Confrèrie de la Charité, gegr. 1617) einsetzt.

Im November 1633 nimmt sie in ihrem Haus einige junge Bauernmädchen auf, die sich Gott zum Dienste in den Armen weihen möchten: sie sind der Grundstein der Compagnie des Filles de la Charité, der Genossenschaft der Töchter der christlichen Liebe.

Zusammen begleiten, unterstützen, orientieren und organisieren Vinzenz von Paul und Louise von Marillac diese ganz neue Gemeinschaft ohne Klausur, ohne Kloster: die Schwestern ziehen durch die Straßen der Städte, über die Wege der Dörfer, um allen Notleidenden zu helfen.

"La Charité de Jésus crucifié nous presse - Die Liebe Christi, des Gekreuzigten, drängt uns", so lautet die Devise, die ihnen Louise von Marillac erteilt.

Louise von Marillac stirbt am 15. März 1660, wenige Monate vor Vinzenz von Paul. Sie wird 1934 von Papst Pius XI. heiliggesprochen. 1960 erklärt Papst Johannes XXIII. sie zur Patronin aller caritativ Tätigen. Ihre sterblichen Überreste ruhen in der Kapelle der Erscheinungen im Mutterhaus, 140 Rue du Bac, Paris.

"Wir haben die Verpflichtung, die Lebensweise und das Handeln unseres Herrn nachzuahmen, der sich ganz hingegeben hat und der gesagt hat, dass er auf Erden ist, um zu dienen, und nicht, um bedient zu werden." Louise von Marillac